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Seminare von MEG-München


Beginn    19.10.2018 14:00:00
Ende20.10.2018 16:00:00
 
SeminarC Hypnotherapie bei Zwängen - B.Hilse - 181019HI* - Euro 290/270
 
BeschreibungHypnotherapie bei Zwängen

Zwangsstörungen gelten allgemein als kompliziert und langwierig in der Behandlung. Etwa 2 % der Bevölkerung sind davon betroffen. Meist beginnt die Erkrankung im Jugend- und frühen Erwachsenenalter. In Fachkreisen gilt die kognitive Verhaltenstherapie einschließlich Exposition und Reaktionsmanagement als Psychotherapie der ersten Wahl (S3-Leitlinie). Trotz hoher Effektstärke verhaltenstherapeutischer Verfahren ist die Rate an symptomfreien Patienten relativ gering, und es kommt zu einer unbefriedigend hohen Zahl von Therapieabbrüchen. 30–40 % der Patienten zeigen keine klinisch signifikante Besserung. Im Seminar soll gezeigt werden, dass sich Hypnose als Erweiterung zu den bewährten Strategien sehr gut für die Behandlung von Zwängen eignet und sich mit anderen Therapieverfahren gut kombinieren lässt.

Wesentliches Merkmal der Arbeit mit Hypnose liegt in der Ressourcenorientierung, was bedeutet, dass es nicht primär darum geht, störendes oder dysfunktionales Verhalten zu eliminieren, sondern dass Symptome als Ressourcen verstanden und genutzt werden und der Stärkung der Ich-Funktionen von Anfang an eine große Bedeutung zukommt. Ziel ist es, dass Betroffene wieder Vertrauen in die eigene Wahrnehmung, das eigene Denken und die eigenen Handlungen gewinnen. Sie lernen, mit schwierigen Erfahrungen umzugehen und "negative" Gefühle als normale Bestandteile des Lebens zu akzeptieren. Nicht mehr dar Zwang soll das Leben bestimmen, sondern die Regie über das Leben wird wieder selbst in die Hand genommen und Ziele für ein Leben ohne Zwang können aufgebaut werden.

Nach einer theoretischen Einführung zu Wesen und Funktionalität der Zwangsstörung werden die Möglichkeiten von hypnotherapeutischen Interventionen erläutert, demonstriert und geübt.

Dabei werden unter anderem folgende Techniken und Ansätze vorgestellt:
• Dehypnose - Vom Zwang in den Hier und Jetzt Zustand (Achtsamkeit)
• Exploration in Trance, wenn dem Zwang nachgegeben wird (Entschlüsselung der Sprache und Funktion des Symptoms)
• Utilisation von Symptomen und Nutzung veränderter Perspektiven
• Selbsthypnose zur Selbstberuhigung und Ich-Stärkung
• Kopieren von Ressourcen (Akzeptanz von unangenehmen Gedanken und Gefühlen mit Unterlassen des Zwangs im Ressourcen-Erlebnisrahmen)
• Symbolisierung des Zwangs und Distanzierung - Integration des Symptoms
• Exposition und Reaktionsmanagement
mit biographischer Exploration mittels Affektbrücke und Altersregression
• Arbeit am biographischen Hintergrund unter Einbezug von Ressourcen
• Aufbau einer neuen Identität „ohne Zwänge“ (Zukunftsprogression)
• Spezifische Metaphern und Fallgeschichten zum Thema


Seminarleitung:

Dipl.-Psych. Gabriele Hauke, Psychologische Psychotherapeutin, Verhaltenstherapie und Hypnotherapie (M.E.G.). Bis Ende 1993 Stationspsychologin in der psychosomatischen Klinik Windach, Niederlassung in eigener Psychotherapeutischer Praxis in München-Pasing, Zunehmende Spezialisierung der Praxis auf Patienten mit Zwangsstörung

Dipl.-Psych. Birgit Hilse, Psychologische Psychotherapeutin in eigener Praxis, Aus- und Weiterbildungen in Hypnotherapie (M.E.G. und E.S.H), Verhaltenstherapie, Gesprächspsychotherapie. Leitung der Regionalstelle der M.E.G.- München, Trainerin und Supervisorin, Vorstandsmitglied der M.E.G.