Seminare von MEG-München
Beginn19.10.2018 14:00:00
Ende20.10.2018 16:00:00
Seminar    C Hypnotherapie bei Zwängen - B.Hilse - 181019HI* - Euro 290/270
BeschreibungHypnotherapie bei Zwängen

Zwangsstörungen können das Leben der Betroffenen in extremer Weise beeinträchtigen, einen hohen Leidensdruck erzeugen und die Lebensqualität enorm einschränken. Betroffene sind sich meist ihrer Probleme bewusst, „können aber einfach nicht anders“. Sie fühlen sich dem Zwang hilflos ausgeliefert und erleben ihn als unkontrollierbar. Die Aufmerksamkeit wird eingeengt auf bestimmte „Gefahrenreize“, Unsicherheiten und aufdringliche Gedanken, so dass es schwerfällt, das Hier und Jetzt zu erleben, das Leben zu genießen und zu gestalten. In der Phänomenologie unterscheiden sich Zwangssymptome nicht wesentlich von hypnotischen Trancephänomenen. In beiden Fällen wird über Aufmerksamkeitsfokussierung ein Trancezustand erzeugt, der sich durch Unwillkürlichkeit und Evidenz (Wirklichkeitserleben) auszeichnet. Im Falle der Zwänge spricht man von einer Problem-Trance, in der meist kein kommunikativer Zugang zu dem Symptom besteht.

In der Hypnotherapie geht es dann im Wesentlichen um eine De-Hypnose und Veränderung der Problem-Trance in eine Lösungs-Trance. Der Zustand der Nicht-Kommunizierbarkeit wird aufgelöst. Es wird versucht, wieder in Kontakt mit dem Symptom zu kommen, seine Botschaft zu verstehen und sich bestenfalls mit ihm zu „verständigen“. In besonderer Weise lässt sich hier die Hypnose auch mit Achtsamkeit kombinieren. Fokussierung auf den Hier und Jetzt – Zustand in einer achtsamen Grundhaltung erleichtert und macht Mut sich in schwierige Situationen zu begeben und die Problemtrance zu beenden.

Primär geht es in der hypnotherapeutischen Arbeit nicht darum, störendes oder dysfunktionales Verhalten zu eliminieren, sondern Symptome werden als Ressourcen genutzt und Kompetenzen (re)aktiviert. Dabei werden nicht nur kognitive Aspekte des Erlebens und Verhaltens angesprochen, sondern es geht insbesondere um die Aktivierung und Veränderung des emotionalen Erlebens. Bevor eine Expositionstherapie überhaupt stattfindet, werden Ressourcen gestärkt und aufgebaut, die es Betroffenen erleichtern sich kritischen Situationen, die bisher vermieden oder nur mit Zwangsverhalten bewältigt werden konnten, zu stellen. Während der Exposition kann dann mittels Affektbrücke und hypnotischer Altersregression die Aufarbeitung lebensgeschichtliche Zusammenhänge der Zwänge erfolgen. Gleichzeitig wird durch Zukunftsprogression von Beginn an ein Leben und eine Identität ohne Zwang aufgebaut. Hypnotherapie ergänzt und vertieft so sehr sinnvoll die Expositionstherapie der kognitiven Verhaltenstherapie (die als Therapie der Wahl bei Zwängen gilt) und sieht sich in keiner Weise im Gegensatz dazu.

Im Workshop werden Möglichkeiten von hypnotherapeutischen Interventionen in Ergänzung und Kombination mit Achtsamkeitsübungen dargestellt, in der praktischen Arbeit demonstriert und mit den Teilnehmer*innen geübt.

Dabei werden folgende Techniken und Ansätze vorgestellt:
• Dehypnose – Von der Problemtrance zur Lösungstrance
• Exploration in Trance, wenn dem Zwang nachgegeben wird (Entschlüsselung der Sprache und Funktion des Symptoms)
• Utilisation von Symptomen und Nutzung veränderter Perspektiven
• Symbolisierung des Zwangs, Distanzierung - Integration des Symptoms
• Selbsthypnose zur Selbstberuhigung und Ich-Stärkung
• Achtsamkeitsübungen
• Problemlösen durch Zeitprogression, Aufbau von Alternativverhalten
• Reaktivieren und Kopieren von Ressourcen
• Reizexposition nach dem Modell der Subjektkonstituierung (in Anlehnung an Hoffmann & Hofmann)
• Arbeit mit der Vergangenheit zur Bearbeitung zugrundeliegender Ursachen (Altersregression)
• Aufbau einer neuen Identität „ohne Zwänge“ (Zukunftsprogression)
• Spezifische Metaphern und Geschichten zum Thema


Literatur:
Hilse B. (2015) In Revenstorf D und Peter B (Hrsg.) Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin, 3. Aufl., Springer, S. 452 – 465

Seminarleitung:
Dipl.-Psych. Birgit Hilse, Psychologische Psychotherapeutin in eigener Praxis, Aus- und Weiterbildungen in Hypnotherapie (M.E.G. und ESH), Verhaltenstherapie für Kinder- Jugendliche und Erwachsene, achtsamkeitsbasierten Verfahren, Gesprächspsychotherapie, Paartherapie. Leitung der Regionalstelle der M.E.G.- München mit Dr. Burkhard Peter, Ausbilderin und Supervisorin der MEG, Vorstandsmitglied der M.E.G.
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Anmeldung zum Seminar C Hypnotherapie bei Zwängen - B.Hilse - 181019HI* - Euro 290/270